Eine Processing Station ist eine Windows-Serviceanwendung. Um eine Aufgabe zu verarbeiten, führt eine Station folgende Schritte aus:
- stellt eine Verbindung zum Processing Server her, um die Bezeichner der zu verarbeitenden Aufgaben abzurufen
- stellt über HTTP/HTTPS eine Verbindung zum Application Server her und lädt Bilder, Dokumentdaten und Verarbeitungseinstellungen herunter
- startet mehrere Ausführungsprozesse zur Ausführung der Verarbeitungsaufgaben
- lädt die Ergebnisse entweder auf den Application Server oder in ein Backend-System hoch (z. B. ERP-System oder DMS).
Diese Prozesse nutzen die Festplatte intensiv, um temporäre Verarbeitungsdaten in einem temporären Ordner zu speichern.
Die für Processing Stations eingesetzte Hardware hat erhebliche Auswirkungen auf die FlexiCapture-Leistung.
Eine Processing Station erfordert:
- CPU: 8 physische Kerne mit Hyper-Threading, 2,4 GHz oder mehr
- 16 GB RAM
- HDD: 150 GB
- NIC: 1 Gb/s
- OS: Windows 2012 oder neuer
Pro CPU-Kern startet eine Station einen Ausführungsprozess. Daher können bei mehr CPU-Kernen mehr Aufgaben gleichzeitig verarbeitet werden. Nutzen Sie für eine bessere CPU-Leistung Hyper-Threading, wo dies technisch möglich ist.
Die Verwendung von mehr als 16 logischen CPU-Kernen ist nicht empfehlenswert: Mehrere Ausführungsprozesse konkurrieren dann um Festplattenzugriffe und CPU-Cache-Speicher.
Mindestens 2,5 GB RAM pro logischem Kern reichen für die Verarbeitung aus.
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit hängt stark von der CPU-Frequenz und der Lese-/Schreibgeschwindigkeit der Festplatte ab. Verwenden Sie für eine Processing Station eine schnelle Festplatte, oder kombinieren Sie mehrere Festplatten zu RAID0, damit Ausführungsprozesse schneller auf temporäre Ordner zugreifen können.
Wenn mehr RAM verfügbar ist als die empfohlenen 2,5 GB pro logischem Kern, erstellen Sie eine virtuelle Festplatte im RAM und legen Sie dort den temporären Ordner für die Ausführungsprozesse ab — dies kann die Verarbeitungsgeschwindigkeit um bis zu 30 % steigern.
Für die Festplatten der Processing Station ist keine Redundanz erforderlich. Fällt eine davon aus, gehen nur die Ergebnisse der aktuellen Verarbeitung verloren; die Bilder werden an eine andere Processing Station weitergeleitet und dort verarbeitet. Dazu benötigen Sie im System mindestens 2 Processing Stations.
Größe des temporären Ordners abschätzen
Der maximal erforderliche Festplattenspeicher für einen temporären Ordner entspricht der Gesamtgröße der Dokumentbilder in einem typischen Batch in MB, multipliziert mit der Anzahl der Ausführungsprozesse (standardmäßig der Anzahl der logischen CPU-Kerne).
Berechnen Sie die maximale Größe eines temporären Ordners, in dem Graustufenbilder in 100-seitigen Batches auf einer 8-Core-Station mit aktiviertem Hyper-Threading verarbeitet werden:
- Die Größe eines Batchs = 100 Seiten × 3 MB (die typische Größe einer Graustufenseite) = 300 MB.
- Ein 8-Core-Computer mit aktiviertem Hyper-Threading stellt 16 logische Kerne bereit, daher führt die Processing Station 16 Ausführungsprozesse gleichzeitig aus.
- Der erforderliche Speicherplatz für den temporären Ordner beträgt 300 MB × 16 Ausführungsprozesse = 4,8 GB.
- Wenn der temporäre Ordner im RAM gehostet wird, beträgt die erforderliche RAM-Größe 2,5 GB pro logischem Kern (für die Verarbeitung) × 16 Ausführungsprozesse + 4,8 GB für den temporären Ordner = etwa 45 GB RAM.